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Hilfe, mein Hund hat Durchfall!


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Wenn der Hund Durchfall hat, so ist das für alle Beteiligten eine grosse Belastung. Der Hund hat dabei oft Blähungen und muss dauernd raus, in akuten Fällen schafft er es nicht mehr, seinen Menschen rechtzeitig zu warnen, und macht ins Haus. Das würde ein gesunder und gut erzogener Hund schliesslich nicht machen, somit leidet der Hund oft auch entsprechend, auch wenn er gar nichts dafür kann. Ausserdem können mit dem Durchfall unangenehme Blähungen bis hin zu kolikartigen, schmerzhaften Bauchkrämpfen und/oder eine starke Übelkeit mit Erbrechen einhergehen. Der Hund ist somit ernsthaft krank.



Durchfall beim Hund - nein danke!

Auch der Mensch leidet mit – schliesslich gibt es für ihn nichts Schlimmeres, als wenn sein geliebter Hund leidet. Er selbst muss ausserdem ständig die eigenen Wände von stinkenden Häufchen bis Pfützen befreien und oft mehrmals in der Nacht aufstehen, damit sich sein Hund in aller Eile entleeren kann. Der Garten und die Umgebung des Hauses werden verschmutzt von nassen, stinkenden Kothaufen und schleimigen Pfützen, die sich ohne Wasserschlauch nicht gänzlich von Rasen und Steinplatten entfernen lassen. Eine eklige Angelegenheit, die man verständlicherweise so rasch wie möglich behoben haben will.

Durchfall beim Hund: Achtung, Teufelskreis!

Verständlicherweise wollen wir den Durchfall beim Hund so rasch wie möglich loswerden. Dabei kann es jedoch passieren, dass man vor lauter Notfall vergisst, die Ursache herauszufinden. Oft beginnt damit ein echter Teufelskreis. Drei davon lernst du nachfolgend kennen.

Teufelskreis «0815-Vorgehen des Tierarztes»

Bei Notfällen und im Zweifelsfall, vor allem beim Welpen, ist es besser, direkt zum Tierarzt zu gehen.  Gerade Welpen dehydrieren rasch, das heisst, ihr Körper trocknet aus, weil ihr Körper mit dem nassen Stuhlgang jedes Mal viel wertvolle Flüssigkeit verliert.

Nicht immer ist der Tierarzt jedoch die kompetenteste Anlaufstelle, nämlich dann, wenn es um die Ernährung deines Hundes geht. Die Ausbildung eines Tierarztes sieht nämlich leider weniger als 2 Lektionen zum Thema «Ernährung beim Hund» vor. Bildet sich dieser nicht ausserhalb seiner Grundausbildung aktiv weiter oder wird er stattdessen mit viel Geld von der Futterindustrie in deren gewünschte Richtung (gleich Umsatz!) gesponsert, haben wir ein Problem. Vermutlich höre ich deswegen immer wieder von der folgenden leidvollen «Karriere» der von Durchfall betroffenen Hunde; sie bekommen Antibiotika vom Tierarzt und geraten dann in einen verhängnisvollen Teufelskreis: die Antibiotika schädigen die Darmschleimhaut, worauf der Hund angeblich (jedoch oft nur auf den ersten Blick) sein «normales» Hundefutter nicht mehr verträgt, und erhält dann überteuertes Diätfutter vom Tierarzt, und dies oft lebenslang.

Teufelskreis «überbesorgter Hundehalter»

Ein anderer typischer Teufelskreis ist derjenige, der vom Hundehalter selbst verursacht wird: sein Hund hat Durchfall, der Hundehalter gerät in Panik, anstatt einfach einmal für einen Tag das Futter auszusetzen und seinen Hund lediglich mit frischem Wasser zu versorgen, wechselt er abrupt das Hundefutter. Hunde reagieren oft stark auf plötzliche Futterumstellungen. Der Durchfall wird schlimmer, worauf er überzeugt ist, dass sein Hund eine Allergie hat, und die Odyssee mit dem Hundefutter-Testen geht weiter. Der Hund kommt nicht mehr in seinen natürlichen Rhythmus und wird ernsthaft krank.

Teufelskreis «Social Media»

Wer kommt heute noch ohne Handy und Internet aus. So ist es naheliegend, einmal bei der Schwarmintelligenz der anderen Hundehalter nachzufragen. So mancher Hundehalter fragt demnach die Facebook Gemeinschaft um Rat oder informiert sich über ein entsprechendes Forum. Glaube mir -  hier tummelt sich buchstäblich alles – leider auch das, was du für deinen Hund nicht wirklich willst.

Gerade die sozialen Medien sind bekannt dafür, dass deren Inhalte oft nicht mehr unterschieden werden können zwischen

  • echtem, nützlichem Wissen
  • den von Influencern im Auftrag der fürstlich zahlenden Hunde-Industrie geposteten Inhalten und – nicht zu vergessen –
  • den erfahrenen und äusserst raffinierten Methoden der Internet-Marketing-Spezialisten

da draussen. Prüfe also Inhalte aus den Social Media immer auf deren Echtheit und Hintergrund, bleibe immer kritisch und wach! Eine wichtige Frage, die du dir dabei jeweils stellen kannst, ist diejenige des «cui bono», also «wem nützt es?».

Mögliche Ursachen für Durchfall beim Hund

Hier erfährst du mehr darüber, was die Ursachen für den Durchfall beim Hund sein könnten, und was du selbst dagegen tun kannst.

Achtung. Ich bin kein Tierarzt. Die folgenden Tipps können helfen, haben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit, vor allem aber nicht auf Heilung. Jeder Leser ist selbst für die Gesundheit seines Hundes verantwortlich. Bei akuten Fällen empfehle ich die Konsultation beim Tierarzt deines Vertrauens. Der Tierarzt kann dem Problem z.B. durch Abhören mit dem Stethoskop, Einreichen von Blut- und Stuhlproben im Labor, aber auch mittels Röntgen und Ultraschalluntersuchungen näher auf den Grund gehen.

Der Tod sitzt im Darm – sagte schon Hippokrates. Der Darm ist nicht nur für die Verdauung zuständig, sondern hat eine wichtige Funktion für das Immunsystem deines Hundes. Es ist also wichtig, dass sein Darm richtig funktioniert. Die einfachste Überwachung für dich ist, auf die Qualität der Kothaufen deines Hundes zu achten. Ist dieser zu dünn oder hat dein Hund gar akuten Durchfall, so kann das durchaus einen ernsthaften Hintergrund haben. Manchmal sind die Ursachen aber auch einfach logisch und dank einiger gezielter Massnahmen sofort zu eliminieren.

Hierzu ein paar naheliegende Gründe, weshalb dein Hund Durchfall haben könnte:

Verschlucken von Gegenständen

wie z.B. Nussschalen, Steine, Bestandteile von defekten Spielzeugen etc. Hier hilft die lückenlose Aufsicht, besser aber ist der Aufbau eines klaren Tabus im Sinne einer lebenslänglichen Vereinbarung mit dem Hund, dass er nichts vom Boden fressen (zB auch Köder!) und niemals etwas aus der Hand annehmen darf (zB das Leckerli eines benachbarten Hundehassers oder das Spielzeug und die Schokolade eines kleines Kindes!)

Ernsthafte Krankheiten

Krankheiten wie Lebererkrankungen, Entzündungen im Magen-Darm-Trakt oder Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis). Hier ist schon alleine für die Diagnose der Tierarzt zuständig.

Hormonelles Ungleichgewicht

z.B. nach einer Kastration oder beim Setzen eines Chips bei Rüden.

Parasiten und Würmer, darunter auch Giardien. Hier hilft die möglichst kohlenhydratlose Ernährung enorm, es folgt aber noch ein detaillierter Blogbeitrag speziell zu diesem Thema.

Aufregung und Stress

Im Alltag, beim Hundesitter, bei häufiger und zu langer Abwesenheit der wichtigsten Bezugspersonen, bei Begegnungen mit anderen Hunden. Hier hilft vor allem das Verständnis für und die Erfüllung der wahren Bedürfnisse deines Hundes. Dazu gehören eine stabile Rudelordnung, eine artgerechte Erziehung und das verantwortungsvolle Führen des Hundes in allen Situationen.

Vom Boden fressen

Viele Hunde haben die schlechte Gewohnheit, Kot und andere unappetitlichen Substanzen vom Boden zu fressen oder Mäuse zu jagen. Dass der Hund beim Fressen von Kot Fehlgärungen, Magenverstimmungen und Darmprobleme bekommen kann, liegt auf der Hand, zusätzlich zu oder wegen einem häufigen Befall von Würmern und anderen Parasiten solcher Kothaufen und auch von Mäusen. Siehe auch oben unter «Verschlucken von Gegenständen».

Medikamente

Viele Medikamente schaden der Magen-Darm-Flora, allen voran zerstören Antibiotika die natürliche Flora auf der Darmschleimhaut. Hier hilft eine Darmsanierung nach Absetzen der Medikamente, siehe auch «Darmsanierung» weiter unten in diesem Blogbeitrag.

Impfung

Welpen brauchen alleine 3 Impfungen für die Grundimmunisierung. Viele Hunde reisen von der Schweiz ins Ausland und benötigen daher die Tollwutimpfung. Manche Tierärzte empfehlen zudem weitere Impfungen – da kommt ganz schön was zusammen in Laufe eines Hundelebens, was einem gesunden Immunsystem und damit einem gesunden Darm nicht immer zuträglich ist.

Entwurmung

Gerade Welpen, aber auch leckerli- und damit dauer-futter-gesteuerte Hunde neigen dazu, ständig vom Boden zu fressen. Damit steigt auch die Gefahr, Würmer resp. deren Larven aufzunehmen. Eine chemische Entwurmung schädigt auch immer die Darmflora. Diese kannst du mit Hilfe von Präbiotika und Probiotika gezielt fördern, siehe hierzu auch das Thema «Darmsanierung» weiter unten in diesem Blogbeitrag.

Unverträglichkeiten und Allergien

Unverträglichkeiten (Intoleranzen) und Allergien gibt es inzwischen viele. Ursachen können die falsche oder unzulängliche Futterprägung des Welpen beim Züchter sein, die Überzüchtung einer Rasse und die damit verbundenen Immunschwächen.

Ein häufig unverträglicher Bestandteil von Trockenfutter und Leckerlis ist das Gluten, der «Weizenkleber», welcher auch in anderen Getreiden wie z.B. Gerste und Hafer vorkommt. Dieser sollte möglichst vermieden werden, wenn der Hund Ansätze zu einer empfindlichen Verdauung zeigt.

Zusatzstoffe im Hundefutter

Auch Zusatzstoffe wie Farbstoffe, Füllstoffe, Aromastoffe, Konservierungsstoffe können dem Magen-Darm-Trakt deines Hundes ganz schön zusetzen. Darunter finden sich fieserweise oft auch solche, die von Gesetzes wegen nicht deklariert werden müssen, z.B. wenn sie vorgängig vom Zutatenlieferant hinzugefügt wurden und nicht vom Futterhersteller selbst. Auch eine Übervitaminisierung zur natürlichen Konservierung eines Hundefutters muss der Laie erst mal entlarven können.

Futterumstellung

Eine plötzliche Futterumstellung oder eine sehr gegensätzliche Ernährung im Vergleich zum bisherigen Hundefutter kann ebenfalls Durchfall beim Hund auslösen. Wenn du eine Futterumstellung planst, hilft eine Futterberatung. Es macht Sinn, sich vorher Gedanken darüber zu machen, was dein Hund bisher gut vertragen hat und was weniger, und dann die Futterumstellung gezielt und wenn nötig schrittweise einzuleiten, sodass der Verdauungstrakt deines Hundes genügend Zeit hat, sich auf die neue Futtersituation einzustellen. Eventuell hilft ein Futterzusatz während der Umstellung, z.B. ein Präbiotikum. Siehe auch «Darmsanierung» in diesem Blogbeitrag.

Durchfall beim Welpen

Nicht anders als bei Menschen-Babys auch kommt hinten nicht immer der perfekt Kotkegel raus – das ist an sich etwas Normales. Trotzdem darf es natürlich nicht sein, dass dein Welpe unter Durchfall oder gar Bauchschmerzen leidet. Wenn du seinen Bauch abtastet und dieser sich hart anfühlt, dann ist ziemlich sicher etwas nicht in Ordnung, und du solltest einen Tierarzt aufsuchen.

Wenn der Kot deines Welpen aber nur ab und zu etwas zu dünn ist, dann reicht auch einfach die Zugabe von einer kleinen Portion Karotten-Pellets zur jeweiligen Mahlzeit.

Leckerlis

Gut gemeint, aber allzu oft schädlich ist die Abgabe von Leckerlis, aus den verschiedensten Gründen. Die wichtigsten davon aus verdauungstechnischer Hinsicht sind Aroma- und Lockstoffe, glutenhaltiges Getreide, oder einfach die Tatsache, dass sie oft nicht in den Ernährungsplan des Hundes mit eingerechnet werden, im schlimmsten Fall sogar den ganzen Nährstoffplan durcheinanderbringen können.

Kauartikel

Zahnpflege mittels Kauen von Knochen, Sehnen und anderen Kauartikel macht ja schon Sinn. Allzu oft aber verträgt der Hund gerade diese nicht so gut. Sie enthalten oft Salz und/oder Schwefel und andere schädliche Gerbstoffe, damit sie nicht stinken und schön weiss aussehen. Pfoten weg von solchen «Design»-Produkten, sie können der Gesundheit deines Hundes echt schaden oder zumindest Durchfall auslösen, vor allem, wenn du zu viel davon verfütterst. Bei Knochen melden einige Hundebesitzer Durchfall, andere Verstopfung, je nachdem um welches Produkt es sich handelt, aber auch jeder Hund reagiert anders. Es ist eben alles ein Zusammenspiel mit allen Produkten, die der Hund pro Tag, pro Woche so auf die Dauer zusammenfrisst.

Parasitenbekämpfung

Nutze nach Möglichkeit bei der Bekämpfung von Parasiten ein natürliches Mittel. Produkte auf chemischer Basis, z.B. in Form von Tabletten, Spot On Produkten, Flohhalsbändern, etc. können das Immunsystem deines Hundes ganz schön belasten und daher unter anderem auch Juckreiz und Darmprobleme auslösen. Selbst natürliche Anti-Parasiten-Mittel z.B. mit ätherischen Ölen können zu Allergien und zu Durchfall führen. Achte also gut darauf, ob und wie dein Hund auf solche Massnahmen reagiert, und setze sie entsprechend sofort ab, wenn du merkst, dass dein Hund sie nicht verträgt.

Autofahren

Es gibt viele Hunde, die Probleme beim Autofahren haben. Dabei spielen sicherlich verschiedene Faktoren eine Rolle, die ich bei einem anderen Blogbeitrag einmal näher erläutern werde. Tatsache ist, dass das Autofahren bei einigen Hunden Übelkeit oder eben auch Durchfall auslösen kann.

Hausmittel und andere einfache Massnahmen gegen den Durchfall beim Hund

Gesundes Hundefutter

Eine gesunde Ernährung ist nicht nur wertvoll für die gesamte Gesundheit deines Hundes, sondern auch absolute Bedingung für einen intakten Magen-Darm-Trakt und damit für ein gesundes Immunsystem. Lese die Deklaration deines derzeitigen Hundefutters genau durch. Ist das Hundefutter zu 100% deklarierbar, kannst du alle Zutaten auf das Prozent genau zuordnen? Wenn nicht, verbirgt der Hersteller etwas. Möchtest du Genaueres über die Qualität deines Hundefutters erfahren? Welche Faktoren schon bei der Herstellung eine Rolle spielen, wie naturbelassen dein Hundefutter noch ist? Dann kann ich gerne kostenlos beraten – melde dich einfach hier an.

Klare Rudelordnung, verantwortungsvolle Führung

Ein Hund, der nicht voll in seine Familie integriert ist im Sinne einer klaren Rollenverteilung, oder ein  Hund, der nicht klar geführt wird, ist im Alltag vor allem in brenzligen Situation in seinen Entscheidungen auf sich alleine gestellt. Auch kann er oft bei Begegnungen, im Verkehr, allgemein in unserem menschlichen Umfeld sehr schnell überfordert sein. Dies verursacht Stress, den er alleine nicht bewältigen kann. Durchfall kann aufgrund der damit einhergehenden, häufigen Aufregung eine der daraus entstehenden gesundheitlichen Konsequenzen sein.

Bist du dir jedoch dessen bewusst, was ein Hund an artgerechter Erziehung und verantwortungsvoller Führung braucht, so kann er sich dir voller Vertrauen anschliessen, hat dabei viel weniger Stress und kann damit sein gesamtes Nervensystem herunterfahren. Ein ausgeglichener, alltagstauglicher Hund ruht in sich selbst und kann gelassen durch den Alltag laufen. Er wird damit auch eine bessere Verdauung haben.

Einen Tag lang fasten lassen

Eine der einfachsten Massnahmen, die du deinem Hund gönnen solltest, wenn er einmal Durchfall hat, ist ein Fastentag. Sein Verdauungssystem verträgt es meistens gut, und vor vielen Jahren war 1 Fastentag pro Woche sogar die Regel, wenn man einen gesunden Hund haben wollte. Wichtig dabei ist jedoch, dass er ausreichend Wasser trinkt.

Nicht zu empfehlen ist ein ganzer Fastentag beim Welpen, weil diese noch im Wachstum sind und daher viel Energie brauchen. Auch beim Welpen ist eine genügende Flüssigkeitszufuhr äusserst wichtig. Eine Mahlzeit auszulassen ist kein Problem, aber wenn es nicht mit dem Durchfall nicht besser wird, würde ich eher einmal mehr zum Tierarzt gehen als einmal zu wenig.

Ausschlussdiät

Besteht der Verdacht, dass der Hund Durchfall kriegt, weil er z.B. eine Zutat aus dem Hundefutter, eine Fleischsorte oder sonst etwas nicht verträgt, so kann es sich lohnen, erst einmal das wegzulassen, was den grössten Verdacht auf eine Unverträglichkeit oder gar eine Allergie weckt. Geh dabei ruhig auf dein inneres Gefühl, und beobachte deinen Hund genau.

Geht es darum, herauszufinden, welche Fleischsorte dein Hund gut verträgt, dann kannst du mit Futtermitteln auf Monoproteinbasis beginnen. Dies bedeutet, dass ein solches Hundefutter nur die Proteine einer einzelnen Fleischsorte enthält, z.B. in Form einer Hundewurst.

Kohlenhydrate weglassen

Besonders von den Freunden der Barf-Szene (Barf = biologisch artgerechte Rohfütterung) stark verfechtet ist das Weglassen von Kohlehydraten. Anders als sein Vorfahre, der Wolf, ist der Hund grundsätzlich in der Lage, zumindest einen Teil seiner Nahrung in Form von Kohlehydraten zu verdauen. Es gibt jedoch Hunde, die besser ausschliesslich auf tierischer Basis ernährt werden. Hierzu eignen sich die Rohfütterung, aber auch der Kauf von Hundenahrung, die ausschliesslich auf Fleischbasis hergestellt wird. Immer wieder gute Erfahrungen habe ich mit dem Nassfutter gemacht. Wer Dosen nicht mag, stellt auf Feuchtfutter um, wie z.B. das Semi Dry mit 90% Schweizer Pouletfleisch.

Glutenfreie Ernährung

Kohlehydrate, welche immer aus pflanzlichen Produkten gewonnen werden, werden vor allem Trockenfutter in Form von Getreide beigemischt. Bei der Wahl des Getreides ist darauf zu achten, dass es glutenfrei ist, weil Gluten bei Menschen wie Hunden aufgrund einer Glutenunverträglichkeit oft die Schädigung der Darmschleimhaut und damit dauerhafte Probleme mit der Verdauung mit sich bringen können. Glutenfreie Zutaten sind z.B. Reis, Mais, Quinoa, Kartoffeln, Süsskartoffeln und Hirse.

Ernährungsberatung

Wenn du den roten Faden für die Ernährung deines Hundes noch nicht gefunden hast, kannst du eine Ernährungsberatung in Anspruch nehmen. Hier wird aufgrund der Rasse, des Alters und der gesundheitlichen Vorgeschichte deines Hundes ein geeigneter Menüplan erstellt. Eine solche Beratung empfiehlt sich vor allem, wenn du deinen Hund roh füttern und seine Nahrung selbst zusammenstellen möchtest.

Der Nährstoffbedarf deines Hundes ist hoch im Vergleich zu der Anzahl der Kalorien, die er täglich braucht. Auch muss das Verhältnis der einzelnen Bausteine einer solchen Ernährung über eine Woche hinweg ausgeglichen sein. Einfach aufs Geratewohl Fleisch zu verfüttern, ohne solche Details zu berücksichtigen, wird auf die Dauer zwangsläufig auf eine Fehlernährung oder eine Mangelernährung hinauslaufen.

Futterberatung

Wenn es einfach darum geht, mehr über die Qualität, die Ethik, die Herstellung und die Zusammensetzung deines Hundefutters zu erfahren und aufgrund neuer Erkenntnisse allenfalls das Hundefutter zu wechseln, dann empfehle ich dir eine kostenlose Futterberatung. Hierzu kannst du mich gerne hier kontaktieren – bitte gib auch gleich an, was du zur Zeit fütterst (Hundefutter inkl. Kauartikel und Leckerlis), damit ich mir einen ersten Überblick über die derzeitige Ernährung deines Hundes verschaffen kann.

Bewährte Produkte, die gegen Durchfall beim Hund helfen können

Kräuterjuwel

In der Zwischenzeit ist eine Reihe fast schon genialer Produkte auf dem Markt, die deinem Hund bei akutem Durchfall helfen können. Ich selbst benütze für meine Hunde bei akutem Durchfall oder einem seltsamen Rumoren im Magen immer das Kräuterjuwel von Anifit. Es beruhigt den Magen-Darm-Trakt sofort, schon nach einer einzigen Anwendung.

Quellreispulver

Bevor ich das Kräuterjuwel entdeckte, half meiner Tierschutzhündin vor Jahren einmal das Quellreispulver von der Drogerie Weidmann in Embrach.

Kaffeekohle

Eine Freundin von mir schwört bei Durchfall beim Hund auf Kaffeekohle. Sie hat zu diesem Zweck immer eine Portion davon im Haushalt.

Darmsanierung

Auf lange Sicht, gerade nach Impfungen oder Antibiotika-Behandlungen lohnt sich eine Darmsanierung, aber auch nach akutem Durchfall. Dies, um den Durchfall nicht nur zu beheben, sondern diesen mittels Stärkung der Darmflora und damit des gesamten Immunsytems auf die Dauer auch zu verhindern.

Eine Darmsanierung ist wie folgt aufgebaut:

Akutbehandlung –> Aufbau –> Regeneration

Akutbehandlung (kurzfristig)

Als Akutbehandlung wird ein Zuviel an Flüssigkeit im Darm z.B. durch Johannisbrotmehl oder Quellreis gebunden. Auch gewisse Kräuterkonzentrate können hier helfen. Für den Darm günstige Bakterien wie z.B. die Bifidus-Bakterien können durch natürliche Bestandteile wie z.B. Fructo-Oligosaccharide zudem die Durchlässigkeit der Darmwände verbessern und ermöglichen so die Stärkung der Schutz- und Barrierefunktionen der Darmwand.

Ein hochwertiges, kurzfristig anzuwendendes Produkt für die Akutbehandlung von Durchfall beim Hund sind also Quellmittel und Fructo-Oligosaccharide, enthalten z.B. in Fructosan, oder mit den Kräutern im Kräuterjuwel.

Aufbau (mittelfristig)

Ist der akute Durchfall gestoppt, geht es nun darum, wieder Ruhe und Ordnung in die Verdauung deines Hundes zu bringen. Dies gelingt am besten mit Probiotika, z.B. in Form von Milchsäurebakterien. Es gibt hierzu innovative Nahrungsergänzungen mit Milchsäurebakterien und Ballaststoffen für den Aufbau der Darmflora und die Unterstützung der Darmperistaltik.

Die mittelfristige Anwendung von Probiotika z.B. mit Probiodog erfolgt so lange, bis der Hund symptomfrei ist und/oder die äusseren Ursachen behoben sind.

Regeneration (langfristig)

Sobald die guten Darmbakterien (Probiotika) wieder aufgebaut sind, braucht die Darmflora noch weiterhin Zeit, um sich zu regenerieren und weiter auszugleichen. Bei länger andauernden Darmentzündungen, chronischer Verstopfung und allgemeinen Entzündungsherden im Körper wird mittels dieser Probiotika das Immunsystem gestärkt. So können Gift- und Abfallstoffe besser abgebaut und ausgeschieden werden.

Probiotika nützen am besten bei einer kurartigen, also längerfristigen Anwendung über mindestens 2 bis 3 Monate hinweg, z.B. mit Präbiosan.

Karotten-Pellets

Wenn der Hund einfach einen zu weichen Stuhl hat, können Karotten-Pellets helfen. Sie haben die Eigenschaft, durch Aufquellen die überschüssige Flüssigkeit im Darm aufzunehmen. Besonders nützlich bei Welpen, aber auch bei erwachsenen Hunden.

Hüttenkäse

Ein beliebtes Hausrezept bei Durchfall beim Hund ist der Einsatz von Hüttekäse mit gekochtem Rinds-Hackfleisch. Diese beiden Zutaten als Ersatz für eine ganze Mahlzeit an den Hund verfüttern. Wird auch von manchen Tierärzten empfohlen, zusammen mit einem von ihm verschriebenen Durchfallpulver oder einer Kräutermischung wie z.B. Stulmisan.

Reisschleim

Auch pampig-weich gekochter Reis ohne Salz kann gegen Durchfall helfen. Allerdings vertragen einige belgische Schäferhunde keinen Reis – bei diesen würde die Fütterung von Reis den Durchfall sogar verschlimmern.

Schwarztee

Wie bei uns Menschen kann auch Schwarztee gegen Durchfall helfen. Jedoch Finger weg von schwarzer Schokolade, die zwar beim Menschen hilft, für den Hund jedoch hoch-giftig ist! Weitere Hausmittelchen sind grünes Lehmpulver von Kart, Reis mit Hüttenkäse, in akuten Fällen mit einem Pulver vom Tierarzt bestreut, oder eine alte Kräutermischung vom Tierarzt namens Stulmisan.

Moro’sche Karottensuppe

Ein weitum bekanntes und bewährtes Rezept bei Durchfall ist die Moro’sche Karottensuppe:

  • 500g geschälte Karotten in einem Liter Wasser eine Stunde kochen, durch ein Sieb drücken oder im Mixer pürieren.
  • Die Gesamtmenge auf einen Liter Wasser auffüllen.
  • Drei Gramm Kochsalz (ein knapp gestrichener Teelöffel) hinzufügen.
  • Fertig.

Zusammenfassung

Jeder Hund kann einmal Durchfall haben, warum auch immer. Wenn du diesen mit geeigneten Hausmitteln in den Griff kriegst, umso besser. Hierzu gibt es geniale Produkte, die du am besten vorrätig hast und auch mit in die Ferien nehmen solltest.

Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Durchfällen geht es darum, die Ursachen hierzu genauer zu untersuchen, vor allem sollte die Ernährung genauer angeschaut werden. Wichtig: Bei Unsicherheit lieber einmal mehr zum Tierarzt als zu lange abzuwarten!

Nach einer Antibiotika-Therapie und/oder längerer Krankheit mit Behandlung von Medikamenten kann eine Darmsanierung sinnvoll sein.

Es fällt kein Stern vom Himmel, wenn dein Hund einmal eine Mahlzeit (Welpe) oder gar eine ganze Tagesration (erwachsener Hund) auslässt, das kann sogar gut für ihn sein. Das Wichtigste ist dabei, dass dein Hund immer genügend Wasser trinkt.

Hast du Fragen oder Anregungen? Gerne kannst du mich hier erreichen.




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